Teilnahme an einer klinischen Studie : Warum ist dies von Bedeutung?

Teilnahme an einer klinischen Studie.
Warum ist dies von Bedeutung?

Lesen Sie die wahren Geschichten von Mouna, 38 Jahre und von Sandrine, 54 Jahre.

Mouna  hat 3 jüngere Kinder und ist an einen auf Anhieb metastatischen Brustkrebs erkrankt: sie hat 3 Läsionen in der Leber. Kurz bevor sie die Hormonbehandlung beginnt, holt sie eine 2. Meinung ein. Man schlägt ihr vor, an einer europäischen Studie teilzunehmen, deren Ziel ein besseres Verständnis ihrer Erkrankung ist. Man verschweigt ihr nicht, dass für sie kein direkter Vorteil garantiert ist, und dass sie sich einer Leberbiopsie unterziehen muss. Mouna zögert… wird sie nicht als Versuchskaninchen dienen? Ihr Mann ermutigt sie. Sie unterschreibt die Einverständniserklärung. Gegen jede Erwartung zeigt die Biopsie, dass die Krebszellen reich an sogenannten HER2-Rezeptoren sind. Die gesamte therapeutische Strategie wird daraufhin geändert, Mouna erhält auf HER2 gezielte  Behandlungen, die ihre Lebenserwartung merklich erhöhen.

Sandrine  hat 3 erfolglose Chemotherapien wegen „triple negativen“  metastatischem  Brustkrebs hinter sich. Ihr Krebs wächst unerbittlich und schnell. Ihr Onkologe könnte ihr die 4. Chemotherapie-Serie verabreichen, so wie in den „Guidelines“ vorgesehen, ermutigt sie jedoch zu einer Beratung in einem Krebsreferenzzentrum. Dort ist eine Studie zu einem neuen Krebsmedikament gestartet, von dem man sich vieles erhofft, von dem man jedoch weder die Erfolgschancen noch die Risiken für erhöhte Toxizität kennt.

Die Ängste von Sandrine werden durch die Koordinationspflegerin vermindert: man versichert ihr, dass sie unter engmaschiger Kontrolle sein wird. Sie kann auch jederzeit entscheiden, die Studie zu verlassen. Sandrine wird eine beachtliche Reaktion von 2 Jahren auf diese neue Immuntherapie machen.

Was können wir aus den Geschichten von Mouna und Sandrine folgern ?

  1. Klinische Studien bringen den Patienten oft zusätzliche Chancen, sei es in Bezug auf die Diagnose und/oder auf die Behandlung
  2. Sie werden von einem Ethischen Komitee nachgesehen und sind oft unter der Kontrolle eines unabhängigen Komitees, bestehend aus Experten, die nicht an der Studie beteiligt und somit beauftragt sind, die Sicherheit der Patienten zu gewährleisten
  3. Sie bieten oft eine verstärkte und personalisierte Betreuung durch Krankenpfleger der klinischen Forschung
  4. Es ist wichtig, die Möglichkeiten der klinischen Studien in einem frühen Krankheitsstadium zu erforschen und sich nicht zu scheuen, dies mit dem behandelnden Onkologen zu besprechen
  5. Die belgischen Onkologen im Norden und Süden des Landes kollaborieren untereinander und können ihren Patienten somit ein breites Angebot klinischer Studien anbieten, die Zugang zu innovativen Therapien geben.

Dr Martine Piccart

 

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